Mittel, um sich einen Charakter zu erarbeiten: Die fromme Gesellschaft

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Den Charakter nimmt man vom Charakter des Anderen und der Mensch ist ein Kind seiner Umgebung. Dies ist eine unbestrittene Tatsache. Denn es gehört zur Natur des Menschen, sich von seiner Umgebung und der Gemeinschaft, in der er lebt, beeinflussen zu lassen.

 

Wenn sich das Individuum einer Menschengemeinschaft anschließt, wird es feststellen, dass es dazu angetrieben wird, deren Weg zu befolgen sowie das gut zu heißen, was die Gemeinschaft gutheißt, und das zu verabscheuen, was die Gemeinschaft verabscheut. Dadurch gewinnt das Individuum, selbst wenn es dies nicht merkt, den Charakter der Gemeinschaft, zu der es gehört und in der es lebt.


Die Umgebung, in der der Mensch lebt, übt zweifelsohne einen Einfluss auf ihn aus. Wenn eine geizige Person lange mit großzügigen Menschen verkehrt, wird ihr Geiz schwächer und sie gewöhnt sich an einige Formen der Großzügigkeit. Wenn man eine ängstliche Person zwischen Mutige stellt, gewinnt sie von ihnen eine Portion Mut, wodurch sich ihre Angst mindert.

 

Genauso spielt die verdorbene Gesellschaft eine enorme Rolle dabei, dass sich ihre Individuen schlechte Charakterzüge aneignen. Dieses Mittel wird leider von den Unheilstiftern dazu benutzt, junge Männer und Frauen in die Irre zu führen und ihnen ein Verständnis und Werte anzuerziehen, die den Lehren und Werten des Islâm widersprechen.

 

Auf Grund des enormen Einflusses der Umgebung auf die Seele ihrer Kinder sehen wir, dass der Islâm die Muslime dazu anspornt, eine gute Gesellschaft zu wählen und sich vor der schlechten Gesellschaft zu hüten.

 

Der Prophet  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken sagte: "Das Gleichnis eines guten und eines schlechten Menschen im geselligen Beisammensein ist wie der Moschus-Händler und der Arbeiter am Blasebalg: Vom Moschus-Händler kannst du entweder eine Duftprobe bekommen oder etwas kaufen oder bei ihm einen angenehmen Geruch vorfinden. Was du aber vom Arbeiter am Blasebalg erlebst, ist das, dass er entweder deine Kleidung verbrennt oder du bei ihm einen üblen Geruch vorfindest." (Überliefert von Al-Buchârî.)

 

Allâh der Erhabene sagt: „Halte dich geduldig zurück zusammen mit denen, die ihren Herrn morgens und abends anrufen, im Begehren nach Seinem Angesicht. Und deine Augen sollen nicht über sie hinwegsehen, indem du den Schmuck des diesseitigen Lebens begehrst. Und gehorche nicht jemandem, dessen Herz Wir Unserem Gedenken gegenüber unachtsam gemacht haben, der seiner Neigung folgt und dessen Angelegenheit (durch) Maßlosigkeit (ausgezeichnet) ist.“ (Sûra 18:28).

 

Weiterhin sagte der Gesandte Allâhs  möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken : „Der Mann bekommt die Charaktereigenschaften seines Freundes. Daher soll jeder von euch sehen, wen er als besten Freund nimmt.“ (Dies ist ein akzeptabler Hadîth. Er ist in der von Al-Albânî verfassten Sammlung authentischer Hadîthe von Abû Dâwûd überliefert.)

 

O Sohn des Islâm, o du, der du das Gute willst, o du, der du von den Frommen abstammst!

 

Du wirst unter den Menschen nach dem gemessen, den du als Freund gewählt hast. So nimm dir die Besten als Gefährten, dann wirst du erhaben und man wird deiner im Guten gedenken!

 

Nimm dir nicht die Frevler und Übeltäter als Gefährten, damit du nicht so wirst wie sie! Sitze nicht mit den schändlichen Leuten, denn die Charaktereigenschaften der Dummen sind ansteckend!

 

Alî ibn Abû Tâlib  möge Allah mit ihm zufrieden sein sagte: „Nimm dir nicht den Frevler als Gefährten! Denn er macht dir sein Handeln schön und wünscht sich, dass du so wärest wie er.“

 

Abschließen möchte ich diesen Vortrag mit Worten von Al-Ghazâlî  Allah   erbarme sich seiner , der gesagt hat: „Einen Frevler, der auf seinen Freveltaten beharrt, als Freund zu haben ist unnütz. Wenn man ihn betrachtet, wird der Seele vielmehr die Sünde leichter fallen und das Herz wird davon nicht mehr abgeneigt sein. Wer Allâh nicht fürchtet, vor dessen Unheil ist man nicht sicher und dessen Freundschaft ist unglaubwürdig. Er ändert sich, je nach seinen Zielen.“

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