Qatda ibn An-Nu'mn - Der Retter des Propheten

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Der edle Prophetengefährte Qatâda ibn An-Nu'mân  möge Allah mit ihm zufrieden sein gehörte zu den Ansâr, die den Treueid von Aqaba leisteten. Sie schworen dem Gesandten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken), ihn zu unterstützen und ihn von dem fernzuhalten, von dem sie sich selbst, ihre Frauen und ihre Kinder fernhalten. Diese Leute hielten ihr Versprechen und genießen somit die Zufriedenheit Allâhs. 

 

Qatâda kämpfte mit dem Gesandten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) grandiose Schlachten. Als der Kampf am Tag von Uhud zunahm und man die Niederlage der Muslime ahnen konnte, wollten die Götzendiener diese Gelegenheit nutzen, um sich des Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) zu entledigen, zumal die meisten Gefährten sich weit vom Propheten verstreut hatten und nur wenige geblieben waren. Qatâda  möge Allah mit ihm zufrieden sein war einer der wenigen Verbliebenen. Der Gesandte Allahs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) gab ihm einen Bogen, mit dem er vor ihm stehend schoss, bis er nicht mehr zu gebrauchen war. Damit hatte er nichts mehr, mit dem er den Menschen, den er am meisten liebte, verteidigen konnte. Daraufhin stellte er sich mit seinem Körper vor den Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken), um die auf diesen fliegenden Pfeile abzufangen.

 

Ein Pfeil traf sein Gesicht und ein Auge von Qatâda hing an dessen Wange hinunter. Die Gefährten sahen die Augenverletzung von Qatâda ibn An-Nu'mân und die Pupille, die an seiner Wange hinunterhing. Sie sahen die Verletzung ihres Bruders und rieten ihm, es abzutrennen. Er aber ging zum Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken), sein Auge in seiner Hand tragend. Als ihn der Gesandte Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sah, empfand er Mitleid für ihn und seine Augen tränten. Er sagte: „O Allâh, Qatâda hat das Gesicht Deines Propheten mit seinem Gesicht geschützt. Mach es zu seinem besseren Auge und dem mit dem schärferen Blick!“ Überliefert von Ibn Abdulbarr.

 

Allâh erhörte das Bittgebet Seines Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken).

 

Welch schönes Opfer ist doch die eigene teure Seele für den Sieg der Religion Allâhs und das Leben des Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken)! Und wie immens ist doch die Belohnung von Allâh dem Majestätischen!

 

In einer dunklen, kalten Winternacht, in der die in der Moschee Betenden gewöhnlich weniger wurden, sehnte sich Qatâda danach, den Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) zu sehen und sprach zu sich selbst: „Ich sollte zum Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) gehen, mit ihm beten und ihm Gesellschaft leisten.“ Er stand also auf und ging in die Moschee. Als er eintrat, blitzte es am Himmel und der Gesandte Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) erblickte ihn. Er fragte: „Warum läufst du hier in der Nacht herum, o Qatâda?“ Qatâda  möge Allah mit ihm zufrieden sein antwortete ihm: „Die Betenden sind wenige in dieser Nacht. Daher wollte ich mit dir beten. Du bist mir wie mein Vater und meine Mutter. Ich wollte dir Gesellschaft leisten.“ Er sagte: „Komm zu mir, nachdem du gebetet hast!“ Qatâda berichtete weiter: „So ging ich zu ihm.“ Er sagte: „Nimm dieses gelbe Dattelrispenholz und sichere dich damit! Denn wenn du hinausgehst, leuchten dir zehn [das heißt zehn Meter vor dir und noch zehn Meter hinter dir].“ Dann sagte er mir: „Wenn du dein Haus betrittst und etwas Schwarzes in der Ecke deines Hauses erblickst, dann schlage es, bevor es redet, denn es ist ein Teufel!“ Als ich das Haus betrat, fand ich das vor, was er mir beschrieben hatte. Ich schlug es, bis es mein Haus verließ.“ Überliefert von Imâm Ahmad.

 

Die Gelehrten berichten uns von einem dritten Vorzug Qatâdas, der ihm von Allâh gewährt wurde. Rifâ'a ibn Zaid  möge Allah mit ihm zufrieden sein war ein Onkel von Qatâda ibn An-Nu'mân väterlicherseits. Er hatte einen Vorratsraum, in dem er seine Speisen und Getränke aufbewahrte. Ein Heuchler namens Bischr ibn Ubairîq machte sich an diesem Vorratsraum zu schaffen. Es gelang ihm, eine Öffnung zu machen, und so nahm er sich die in ihm befindlichen Speisen und Waffen.

 

Am nächsten Morgen ging Qatâda zu seinem Onkel und dieser berichtete ihm davon. Die beiden suchten nach dem Dieb, damit sie erführen, wer Speisen und Waffen gestohlen hatte. Sie vergewisserten sich dann, dass der Täter Ibn Ubairîq war. Rifâ'a sagte zum Sohn seines Bruders: „Würdest du doch zum Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) gehen und ihm sagen: »O Gesandter Allâhs, Einwohner eines Hauses unter uns sind Einwohner  eines nutzlosen Hauses. Sie sind zum Haus meines Onkels Rifâ'a gekommen, sind in seinen Vorratsraum eingedrungen und haben seine Waffen und Speisen genommen. Sie sollen uns unsere Waffen zurückgeben, das Essen aber brauchen wir nicht.«“

 

Die Heuchler des Stammes Banû Ubairiq und ihre Gefährten allerdings waren unbedachte Leute. Sie gingen zum Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) und logen ihn an, um ihn irrezuführen. Sie sagten: „O Gesandter Allâhs, Qatâda ibn Nu'mân und sein Onkel sind zu den Angehörigen eines frommen, islâmischen Hauses gekommen und haben sie ohne Beweis des Diebstahls beschuldigt.“ Sie belogen ihn und der Gesandte Allahs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) war ein Mensch, der vom Verborgenen nur das wusste, was sein Herr ihm mitgeteilt hatte. Qatâda  möge Allah mit ihm zufrieden sein kam, um von ihm die Antwort zu erfahren. 

 

Der Gesandte Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) empfing ihn barsch und sagte: „Bist du zu den Angehörigen eines Hauses gegangen, das für seinen Islâm und seine Frömmigkeit bekannt ist, und hast sie des Diebstahls beschuldigt, ohne einen Beweis vorzubringen?“ Qatâda war überrascht darüber, dass er niemanden ohne Beweis beschuldigen durfte. Er fürchtete, den Zorn des Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) auf sich gezogen zu haben. Er sagte zu sich selbst: „Hätte ich doch lieber meine Familie und mein Vermögen verloren, anstatt mit dem Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) darüber zu reden!“ Sein Onkel kam zu Qatâda und sagte: „O Sohn meines Bruders, was hast du erreicht?“ Er erzählte ihm, was der Gesandte Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) gesagt hatte. Daraufhin sagte sein Onkel: „Wie es bereits der Prophet Allâhs Jakob gesagt hatte: »(So gilt es,) schöne Geduld (zu üben). Allâh ist Derjenige, bei Dem Hilfe zu suchen ist.« (Sûra 12:18).

 

Daraufhin wurden folgende Verse herabgesandt: „Gewiss, Wir haben dir das Buch mit der Wahrheit hinabgesandt, damit du zwischen den Menschen richtest auf Grund dessen, was Allâh dir gezeigt hat. Sei kein Verfechter für die Verräter! Und bitte Allâh um Vergebung. Gewiss, Allâh ist Allvergebend und Barmherzig.“ (Sûra 4:105-106).

 

Der Gesandte Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) rief Qatâda zu sich und rezitierte ihm die Verse. Zudem ließ er die Waffen bringen und gab sie ihm, damit er sie seinem Onkel Rifâ'a aushändige. Qatâda freute sich über den Rückhalt Allahs. Er brachte seinem Onkel die Waffen, der vor Freude zitterte. Nicht wegen seiner Waffen, sondern genau wie Qatâda über den Rückhalt Allâhs. Er sagte: „O Sohn meines Bruders, ich spende sie um Allâhs willen!“ Überliefert von At-Tirmidhî.

 

Qatâda  möge Allah mit ihm zufrieden sein verstarb zur Zeit des Kalifen Umar ibn Al-Chattâb  möge Allah mit ihm zufrieden sein. Dieser nahm an seiner Beerdigung teil und leitete das Totengebet für ihn.

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